It all has changed…

shot on film with a thirty year old plastic camera

Vor einem Jahr blickte ich nach vorn – auf viele Monate voller Abenteuer, voller Reisen, voller Fotografie und voller Aufwertung meiner kompletten Arbeitsweise. Eine Vorstellung, die vollkommener nicht sein konnte. Und so wie geplant, trat alles so ein. Es gilt sich alles so genau wie möglich zu visualisieren – einen Wunsch ans Universum zu senden – damit sich Visionen in Realität umwandeln und Träume wahr werden. Es ist unglaublich, wieviel Energie in Projekte und Arbeit gesteckt werden kann, wie sehr man davon profitiert und die Ergebnisse mit der Welt teilen darf. Sich immer weiterzupushen, um am Ende das bestmögliche Resultat zu erzielen. Alles ist möglich, wenn du nur hart genug dafür arbeitest.

Manchmal da ist hart arbeiten aber nicht alles. Manchmal da ist von einem Projekt zum anderen Projekt zu hetzen, nicht genug. Manchmal da vergisst man zu leben. Manchmal da vergisst man sich selbst. Und irgendwann bleibt alles stehen und zwingt dich in die Knie und zwingt dich zur Ruhe. Um endlich wieder klar zu denken, um umzudenken. Alles was du geschöpft hast, an Kunst, an Material, an Dingen bleibt bestehen, während du selbst vergehst.

Die letzten drei Monate waren bitter. Ich erinnere mich an eine dicke Nebelwolke, die mich einhüllte und mich gesundheitlich komplett ausschaltete. Die Erkenntnis über den Auslöser kann ich bis heute nur vermuten, aber geht es nicht um das, was der Grund dafür war, sondern darum, wie am besten mit dieser Situation umgegangen wird. Geduld und Ruhe sind wahre Wunderwerkzeuge. Alles stilllegen, auch sich selbst. Sich die Auszeit genehmigen, die es bedarf, um wieder funktionieren zu können. Ich dachte nicht, dass es über drei Monate dauern würde, bis ich wieder halbwegs fähig war, um meinem Alltag nachzugehen. Zwei Schritte nach vorn und einen zurück…

Meine Werte haben sich in dieser Zeit sehr verändert. Ich bin selbst zur Ruhe gekommen und habe Pläne umgeworfen und neu geschrieben. Ich habe mich von der Welt zurückgezogen und den Fokus auf meine Welt und alle die mir nahstehen gelegt. Es liegt in der Natur meines Wesens, einen anderen Weg zu gehen, als der Mainstream. Was gut für viele ist, ist nicht unbedingt gut für mich.

Ich hab aufgehört zu fotografieren. Ich habe meine Kamera seit einem halben Jahr ein einziges Mal verwendet. Ich habe meine Kreativität in der Unendlichkeit des Universums verloren und spüre erst seit kurzem wieder kleine Funken von Inspiration. Ich mache mir deshalb keine Vorwürfe. Ich lass mir alle Zeit der Welt, bis ich wieder Interesse habe, Bilder des Lebens einzufangen. Während ich es nicht tue, tun es hundertausend andere. Deshalb verpasse ich keinen Moment, da ich ihn mit voller Aufmerksamkeit erleben darf.

Es geht mir wieder gut. Mit ein paar Rückschlägen an dem ein oder anderen Tag, die mich aber nicht mehr einschüchtern. Es ist okay, nicht so viel zu leisten, wie es andere tun. Es ist okay, nicht so leistungsfähig zu sein wie andere. Gibt es denn überhaupt einen Maßstab? Und wenn es den gibt, muss ihm niemand entsprechen, wenn er/sie nicht kann. Die Leistung, die wir erbringen, muss uns genügen, und hierbei müssen wir an uns selbst arbeiten, um unsere Ansprüche nicht höher zu stellen, als wir ihnen gerecht werden können.

Eine Leistungsgesellschaft, wie jene, in der wir leben, vermiest uns das Sein beachtlich. Wie sollen wir da noch genießen, wenn wir uns nicht bewusst von diesem Zwang distanzieren. Sich selbst Druck zu machen, bedeutet, sich selbst früher oder später krank zu machen. Es ist wichtig uns selbst treu zu bleiben und unsere eigenen Grenzen wahrzunehmen und uns nicht mit denen von anderen zu messen.

Ich bin mir sicher, nicht bewusst in den Wettkampf mit anderen getreten zu sein. Ich glaube, mich in einen Wettkampf mit mir selbst eingelassen zu haben. Sie sagen, um Ziele zu erreichen, bedarf es sich selbst ständig weiter zu pushen, mehr zu arbeiten, mehr zu leisten, sich immer und immer mehr Druck zu machen. Ich bin sehr stolz auf all die Ergebnisse, die ich am Ende eines Jahres vorzeigen durfte. Ich bin überglücklich über all die Möglichkeiten, die sich bis dahin ergeben haben.

Was nützt es, wenn im Kopf alles zuviel wird, sodass der Körper irgendwann nicht mehr mitmacht. Und das alles ohne Vorwarnung – ohne bewusst darauf hinzusteuern. Und doch gilt es diese erzwungene Pause als eine Möglichkeit wahrzunehmen. Als einen Wegweiser in eine Richtung, die so noch nie in Frage kam und plötzlich als wunderbarer Weg wahrgenommen wird.

Ich bin nicht glücklich über den Zustand, in den ich mich unweigerlich selbst gezwungen habe. Im Nachhinein kommt mir doch alles so glasklar vor. Ob wir erfolgreich sind, in dem was wir tun, können nur wir selbst definieren. Sich selbst immer weiter zu drängen, ist unnötig und ungesund.

Sie sagen, wenn du keinen Stress hast, dann arbeitest du nicht genug. Sie sagen, wenn du Zeit hast, dann bist du nichts wert.

ICH SAGE, wenn du Zeit hast und kaum Stress hast, dann machst du vieles richtig. Gönn dir Ruhe, löse dich von dem Druck, den du dir selber machst und lass es dir gut gehen. Du wirst es dir selber danken.

Ich werde in Zukunft nur dann fotografieren, wenn ich wirklich möchte. Ich werde nur jene Jobs annehmen, die ich aus Leidenschaft ausführen möchte. Ich werde meine Inspiration von meinen Anfängen ziehen, in denen Bilder noch minimalistisch und voller Liebe entstanden sind und nicht mit dem Druck, Material zu produzieren und gewissen Ansprüchen gerecht zu werden.

Ich möchte euch dazu ermutigen, dasselbe zu tun. Wagt einen Schritt zurück, um einen Blick auf das Ganze zu werfen, um dann mit Gewissheit euren Weg weiterzugehen oder einen anderen zu wählen, der euch langfristig gut tut.

 

TWO THOUSAND AND SEVENTEEN

 

A year full of adventures ends. Thank you to all my models, stylists, make up artists, model agencies, assistants, muses, inspirations, mentors,… These are my favorite pictures of the year 2017.

Flowergirls

FLOWERGIRLS FASHION EDITORIAL

Fashion Photographer: SASKIA STOLZLECHNER
Assistant: DOMINIK BRUNNER
Models:  ANFISA |STELLA MODELSVARIA | STELLA MODELS & KARYNA
Flowercrowns: FLOWERGIRLS
Earrings: MASCHALINA

Sun & Salt | Fashion Editorial | Part II

 

 Fashion Editorial for KALTBLUT MAGAZINE

The  fashion editorial „Sun & Salt“ was shot during a road trip to Croatia at hidden beaches and a little magical harbor near the sea.

Fashion Photographer: SASKIA STOLZLECHNER
Assistant: DOMINIK BRUNNER
Models:  ANFISA |STELLA MODELSVARIA | STELLA MODELS & KARYNA
Designer: LILA
Earrings: MASCHALINA