May 2016

Am Sonntag Abend bin ich plötzlich, nach einem langen Arbeitstag, von meinem Schreibtisch aufgesprungen, als ich aus dem Augenwinkel das goldene Licht der sinkenden Sonne erblickte. Zu vertieft war ich in meiner Fotobearbeitungs-Trance, dass ich zunächst gar nicht bemerkte, wie spät es schon war. Also schnappte ich mir die Kamera und nahm meinen lieben Freund an die Hand und wir machten uns auf die Verfolgungsjagd nach den letzten Sonnenstrahlen. Unsere spontane Wanderung brachte uns auf einen bisher unentdeckten Platz. Eine unheimlich schöne Location, die ich schon bald für ein Shooting nutzen möchte.

Dieser Monat war intensiv. Viel Arbeit. Viel Kreativität. Viel Neues. Meine Hochzeitssaison hat begonnen und ich durfte bereits Pärchen an ihrem ganz besonderen Tag fotografisch begleiten. Daneben habe ich ein bisschen an meinem Branding gearbeitet und an meinen Printprodukten gebastelt. Mir kommen Ideen und ich schreib sie auf kleine Post-Its. Es werden immer mehr und ich sammle sie in einer eigenen Ideen Mappe.

Ich liebe meine Arbeit. Mir macht es nichts aus, an Wochenenden zu arbeiten oder von früh bis spät die To-Do-Liste abzuarbeiten. Manchmal, da vergisst man, dass es noch etwas anderes gibt. Nämlich das Leben selbst. Die Natur und die besonderen Momente. Genau jene Inspiration, die man zu oft versucht aus der Online Welt zu angeln. Meist erfolglos mit einem bitteren Nachgeschmack der Eifersucht.

Wir alle kennen es und wir alle machen es: Die Arbeiten anderer nicht nur zu bewundern, sondern mit der eigenen erschaffenen Kunst zu vergleichen. Ein Fehler meiner Meinung nach. Es gibt nicht besser oder schlechter. Es gibt immer nur anders. Ich hab mir abgewöhnt, zu viele Bilder anderer KünstlerInnen anzusehen und meinen Fokus eher auf meine Arbeit selbst zu legen und alternative Inspirationsquellen zu finden. Somit läuft man auch nicht Gefahr zu kopieren.

Es gibt Ausnahmen für mich. Wenige KünstlerInnen – genau genommen sind es zwei Fotografinnen – denen ich seit Jahren folge, die mich besonders ansprechen und ich trau mich auch zu sagen, meinen Stil geprägt haben, betrachte ich sehr oft. Jene bewundere ich von ganzem Herzen und ich werde ganz aufgeregt, wenn es neuen Inhalt von jenen zu sehen gibt. Ich sauge die Bilder auf und könnte auch die Beiträge dazu immer und immer wieder lesen. Ja ich gebe zu, ich bin ein solcher Fan, dass ich manchmal schon die Fotos auf Buchcovers wiederentdeckt habe, da mir entweder das Bild schon bekannt war oder der Stil so einzigartig und wiedererkennbar ist.

Von allen anderen KünstlerInnen, denen ich folge, lasse ich mich berieseln. Ich freue mich über die Varietät an Kunstwerken, die ich täglich zu Gesicht bekomme. Aber ich nehme sie nicht als Maßstab oder Vorlage für mein eigenes Schaffen oder meinen Erfolg. Wir selbst sollten unser eigener Maßstab sein und unseren Erfolg mit dem Erreichen unserer eigenen persönlich festgesetzten Ziele messen.

Ich habe meine bisher niedergeschriebenen Ziele dieses Jahr schon erreicht. Aber stetig setze ich mir neue, um so immer weiter zu wachsen und aufzusteigen. Offensichtlich dreht sich momentan bei mir fast alles um Hochzeiten und deren fotografische Begleitung. Nicht ohne Grund…

Hochzeiten sind für mich ganz besonders wunderschön, denn ich darf die einzigartige Verbindung zwischen zwei Menschen fotografisch einfangen und für die Ewigkeit festhalten. Es ist nicht nur ein Begleiten des Brautpaares an ihrem speziellen Tag, sondern auch ein ständiges Mitfühlen aller Emotionen, die in den Stunden der Heirat entstehen.  Ich erwische mich manchmal selber dabei, dass ich während der Zeremonie so gerührt bin und beinahe ein Taschentuch zücken muss. Nicht nur weil mir das Brautpaar selbst während des Tages immer mehr ans Herz wächst, sondern auch, weil ich selber an mein Glück mit meinem liebsten Freund und all unsere gemeinsamen Wünschen und Zukunftsideen denken muss.

Ich glaube, wenn man liebt, dann weiß man das und dann gibt es keinen Zweifel. Wie auch Daughter in ihrem Lied singt: „…and if you’re in love, then you are the lucky one…“ Man darf sich wirklich glücklich schätzen zu lieben und geliebt zu werden. Und auch wenn man nur verliebt ist oder die Liebe einseitig ist, dann ist dies trotzdem ein großes Geschenk. Ein Zeichen, dass man fühlt und Liebe verspüren und Liebe verschenken kann. Das sollte schon reichen, um glücklich zu sein. Denn genau das ist es, was uns am Ende des Tages am Leben hält – nämlich zu lieben.