Moon Cycle | Menstruation

Eine bildliche Darstellung des Zyklus der Frau.
Vom Eisprung zur Periode.

 

Inspiriert wurde ich zu dieser Arbeit durch die Ausstellung „Sorrow Grove“ der Künstlerin Sigalit Landau, die ich 2016 in Wien besucht habe. Besonders fasziniert haben mich die Videoaufnahmen mit den Wassermelonen, die ich auch hier in mein Projekt miteinbezogen habe.

Ein ganz spezielles Anliegen war es mir, einen Fokus auf die weibliche Menstruation zu legen, und jene samt ihrer Schmerzen und unangenehmen Begleitsymptomen mittels der Wassermelone metaphorisch darzustellen. Der weibliche Zyklus, vor allem aber die Periode, scheint noch immer ein Tabuthema zu sein, das selbst bei manchen Frauen ein unbegründetes Ekelgefühl vor dem eigenen Körper hervorruft. Daher wollte ich jenes aufgreifen und provokant mittels der Wassermelone in Bildern einfangen.

For this art project I was inspired by the exhibition by the artist Sigalit Landau, which took place in Vienna in 2016. I was fascinated by the videos with the water melon, which I also used for this photo project.

I was eager to focus on the menstruation of the female body and show it with its pain and symptoms in a metaphorical way. The female cycle, especially the menstruation, still seems to be a taboo in our society. Some people still see the period as a disgusting thing and do not feel good in their own bodies. So I produced this provocative photo series as to work against the taboo and unpleasant feeling towards the female cycle.

 

1. Ovarien
2. Uterus
3. Ovulation
4. Fertilität
5. PMS
6. Menstruation
7. Dysmenorrhoe
8. Blutung
9. Desquamation
10. Endometrium

Photography: Dominik Brunner | Concept, Model, Editing: Saskia Stolzlechner

Journal

„Es ist ein Freitag mitten im März. 4.00 Uhr früh. Ich wache auf und habe Schmerzen im Unterbauch. Jetzt geht es los. Ich stehe auf und schleiche zur Toilette. Danach durchwühle ich meine Medikamentenschachtel und suche nach einer Schmerztablette. Ich habe gelernt, bei den ersten Anzeichen von leichtesten Krämpfen, Chemie zu schlucken. Ansonsten habe ich verloren, bevor der Kampf überhaupt begonnen hat. Ich lege mich wieder hin und versuche einzuschlafen. Nach 10 Minuten springe ich auf und stelle Wasser auf. Ich brauche eine Wärmflasche. Mein Freund steht besorgt auf, ordnet mir an, mich wieder hinzulegen und er richtet mir die Wärmflasche her. Ich versuche mich in allen möglichen Positionen zu entspannen. Das angenehmste ist, ganz flach auf dem Rücken zu liegen und mich auf etwas anderes zu konzentrieren, sonst muss ich mich übergeben. Ich kämpfe eine Weile mit der Übelkeit, dann schlafe ich ein, um bloß nach wenigen Stunden wieder aufzuwachen. Die Krämpfe sind schon wieder da. Mein Kreislauf ist am Boden. Meine Lippen sind ganz kalt und mein Gesicht blasser, wie die Kreidefarbe, mit der ich auf meinem Spiegel meine wichtigsten Ziele aufschreibe.

Ich habe heute zwei wichtige Shootings. Das wird schon irgendwie gehen. Ich bleibe noch etwas liegen. Um 9 Uhr stehe ich auf und will duschen und mich anziehen. Ich kippe auf dem Weg zum Bad beinahe um, das ist der Moment in dem ich einsehe, dass ich das Haus heute nicht verlassen kann und telefoniere mit Amina, um unser Meeting zu verschieben. Danach schreibe ich Hanna, um das Pärchen Shooting abzusagen. Es tut mir so unendlich leid und ich bin unheimlich traurig. Ich hab mich so gefreut und bloß wegen dieser Frauensache, muss ich auf meine Termine verzichten. Vor ein paar Jahren hätte ich mir das niemals vorstellen können, dass Frauen auf Grund der Menstruation so furchtbare Schmerzen haben. Gleichzeitig bin ich dankbar. Dankbar, eine Frau zu sein und fruchtbar und gesund zu sein. Ich denke darüber nach, wie die Menstruation auch heute noch ein Tabu Thema ist und ich mich beinahe schäme, aus diesem Grund Termine abzusagen. Irgendwie ja lächerlich, wegen der Regel daheim zu bleiben. Genau dieser Peinlichkeit und diesem Tabu möchte ich entgegen wirken. Was soll denn das, die Blutung immer noch unter den Teppich zu kehren?

Es ist Mittag und die Schmerztablette lässt nach. Ich nehme eine weitere und atme bei jeder Krampfwelle tief ein und aus. Ich kralle mich an der Bettdecke fest und frage mich, ob sich wohl Wehen in den ersten Stunden so anfühlen. Mir wird übel und ich versuche mich wieder auf etwas anderes zu konzentrieren, um ja nicht die Tablette wieder loszuwerden. Ich versuche abermals, mich in eine angenehme Position zu bringen, in der die Schmerzen halbwegs auszuhalten sind. Ich rolle mich in die Embryostellung, danach versuche ich den Schmetterling und schließlich knie ich mich hin und bewege das Becken vor und zurück. Es sieht komisch aus und mein Freund sieht mich erst verwirrt an, dann fühlt er mit mir mit und erwärmt erneut Wasser für meine Wärmflasche. Erst am späten Nachmittag werden meine Lippen wieder farbig und die Schmerzen erträglicher. Den ganzen Tag verbringe ich im Bett. Ein großer Zeitverlust und total unnötig. Was mich am meisten ärgert, ist das Unverständnis in dieser Welt. Die Peinlichkeit und das Geheimnis, um die monatliche Blutung.

Seit ein paar Wochen mache ich regelmäßig Dehnübungen. Ich ernähre mich gesund und nehme seit kurzem auch zusätzlich Magnesium. Mehr Sport will ich machen. Und stärkere Schmerztabletten werde ich wohl brauchen, um trotz Krämpfe, meinem Alltag gewohnt nachgehen zu können und in Zukunft nicht mehr auf Termine verzichten zu müssen.

Etwas Positives hat das ganze jedoch schon: Das schönste am Beginn meiner Regel ist, dass die PMS Symptome verschwinden. Meine Brüste schmerzen nicht mehr und ich weiß, dass in einer Woche die beste Zeit meines Zyklus beginnt. Die tiefe Stimmung der Woche vor der Blutung wird bald vorbei sein und ich freue mich auf die Hormone, die mich so fantastisch fühlen lassen.“

„It’s a Friday in March. 4 am in the morning. I wake up due to pain in my lower stomach. Here we go again. I get up and make my way to the toilette. After that I look for my painkillers. I know that I need to take them as soon as I feel the tiniest pain otherwise I lose the fight before it even starts. I get back to bed and try to fall asleep. After ten minutes I jump out of the bed again to make myself a hot water bottle. My boyfriend asks me to get back to bed while he heats the water. I try to relax and put myself in various positions. Laying flat on my back works best for me and I try to concentrate on something else to not be sick. After a while I fall asleep just to wake up after a few hours due to the cramps. I have bad circulation problems and my lips are cold. My face is so pale that it has the same colour as the chalk I use to write my goals on my mirror. There are two very important photo shoots I need to do today. I will manage somehow. I stay in bed for a little while. At 9 am I get up to have a shower and get dressed. I nearly faint on the way to the bathroom and I realize that I have no chance to leave the house today. I call Amina to postpone our meeting. After that I text Hanna that I need to cancel the photo shoot. I am so sorry and unbelievable sad. I was so much looking forward to that day and now I have to stay in bed due to some „woman’s thing“.

A few years ago I could have never imagined that there might be women having so much pain when they are on their period. At the same time I am grateful for being a woman and fertile and healthy. I think about how the menstruation is still such a taboo in our society and I feel ashamed that I have to cancel my meetings. So ridiculous.

It’s Midday and I need another painkiller. I breathe in and out deeply as every new wave of cramps and pain arrives. I hold on tight to my blanket and wonder, if labor pains feel the same in the first few hours. I feel sick and try to concentrate on something else so that I do not get rid of my painkillers. I try to get into a comfortable position. First I roll into the embryo position, then I do the butterfly pose, after that I get on my knees and move my pelvis forwards and backwards. I look funny and first, my boyfriend looks at me confused but then he understands and heats up some more water for the water bottle.

In the late afternoon my lips get their colour back and the pain fades slowly. I stay in bed all day. What a big loss of time and so unnecessary. The worst thing I find is that there is still that huge lack of understanding in our society. Embarrassment and secrets are made over the monthly period.

Since a few weeks I do stretching exercises. I eat clean and take magnesium. I want to do more sports and I definitely need stronger painkillers, so I can live my life like everyday without having to cancel meetings..

A positiv thing about the start of my period is that my PMS symptoms are gone. And I know that after a week the best time of my cycle will start due to hormones and I will feel the greatest way I possible can.“